BALLADEN UND ANDERE GESCHICHTEN…


JÓZEF KARAI (1927–2013)  
De profundis (1981)

FRANZ LISZT (1811–1886)
Das Vaterunser (1869)

PÉTER ZOMBOLA (*1983)
Libera me (2009)

GYÖRGY ORBÁN (*1947)
Chiaro (2006)

LAJØS HUSZÁR (*1948)
Strafe mich nicht in deinem Zorn (2014)

MÁRTON LEVENTE HORVÁTH (*1983)
O salutaris hostia (2005)

LEVENTE GYÖNGYÖSI (*1975)
Cantate Domino

GYÖRGY LIGETI (1923–2006)
Hungarian Rock (1978) – für Cembalo
Passacaglia ungherese (1978) – für Cembalo

BÉLA BARTÓK (1881–1945)
Négy magyar népdal (Vier ungarische Volkslieder)

BARNA SZABÓ (*1976)
Lachrymarium / 1. Ye heavy states of night, 6. Come, heavy sleep

ZOLTÁN KODÁLY (1882–1967)
Mátrai képek

Termine

Sa17.11.2018 — 18 Uhr

Salvatorkirche Duisburg

Ticket

So18.11.2018 — 17 Uhr

Christuskirche Bochum

Ticket

Der ungarische Dirigent Zoltán Pad präsentiert unter dem Titel BALLADEN UND ANDERE GESCHICHTEN… mit dem CHORWERK RUHR ein weitgespanntes Programm rein ungarischer Chormusik a cappella. Bewusst dreiteilig angelegt, erklingen zu Beginn geistliche Werke vorwiegend jüngerer zeitgenössischer ungarischer Komponisten. Eingefügt ist jedoch eine Motette des Spätromantikers und gebürtigen Ungarn Franz Liszt, dessen geistliche Musik äußerst vielfältig ist. Das 1860 komponierte, zum Teil bis zu achtstimmige „Vater unser“, findet sich auch in lateinischer Fassung leicht verändert in dessen Oratorium „Christus“ wieder.

Der instrumentale Mittelteil des Konzertes überrascht mit dem Klang des barocken Cembalos. 1978 schrieb György Ligeti, der wohl bedeutendste ungarische Komponist nach 1945, die Solo-Werke „Hungarian Rock“ und „Passacaglia ungherese“. „Hungarian Rock“, das in Untertitel auch „Chaconne“ heißt, verweist wie die „Passacaglia ungharese“ auf barocke Formtypen, die von ostinaten, wiederkehrenden Elementen im Bass bestimmt sind. Im Stil des Jazzrock findet sich in „Hungarian Rock“ ein 4-taktiger beat-betonter Chorus, der den musikalischen Verlauf hochvirtuos aufpeitscht. Getragen von einem typisch ungarischen „Aksak-Rhythmus“ (9/8tel), endet das Stück in einem langsamen Abgesang, der sich als typisch ungarische Volksliedweise zu erkennen gibt. In der „Passacaglia ungherese“ existiert ebenfalls eine ostinate Schicht. Die Melodie selbst trägt mit ihrer modalen Harmonik und ihren Vorschlagstönen dabei alle typischen Merkmale des Ungarischen.

Der vokale weltliche Schlussteil des Konzertes greift mit Zoltán Kodálys Chorwerk „Bilder aus der Matra-Gegend“ (1931) und Bártoks „Vier ungarischen Volksliedern“ (1930) auf das Zentrum ungarischer Chormusik zurück. Dezidiert an echter ungarischer Volksmusik orientiert, lösten diese Komponisten eine regelrechte ungarische Chorbewegung aus, getragen von der pädagogischen Tatkraft Kodálys. Sowohl Bártok als auch Kodály waren Pioniere der musikethnischen Feldforschung und wollten die ungarische Musik vom echten Volkslied aus erneuern. Bártoks Chorsätze zeigen dabei einen Typus der Volksliedverarbeitung, der sowohl dichte polyphone Einarbeitung als auch harsche Dissonanzen zulässt und explizit anspruchsvoll komponiert ist.

CEMBALO und ORGEL: Christian Rieger
CHORWERK RUHR
DIRIGENT: Zoltán Pad

Eine CHORWERK RUHR Produktion
In Kooperation mit der Christuskirche und dem Kulturbüro Bochum und der Salvatorkirche Duisburg