Fauré Requiem


Johannes Brahms (1833-1897)
Nänie op. 82 für Chor und Orchester

Gabriel Fauré (1845-1924)
Requiem op. 48 für Sopran, Bariton, Chor und Orchester

Termine

So31.10.2021 — 16:00 Uhr

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Bochum

Mo1.11.2021 — 17:00 Uhr

Philharmonie Essen

In diesem Konzert des CHORWERK RUHR finden sich zwei Werke der Spätromantik zusammen, die beide das Existenzthema Tod behandeln. Gabriel Faurés Requiem, das als eines seiner bekanntesten Werke gelten darf, entstand im Jahre 1888 in einer kammermusikalischen Erstfassung. Bis 1892 entstand dann eine zweite Fassung für Kammerorchester und schließlich die symphonische Endfassung, die Fauré 1899 beendete. Johannes Brahms komponierte sein Werk für Chor und Orchester mit dem Titel Nänie 1881.

Aber nicht nur zeitlich stehen sich beide Werke sehr nahe. Auch der ungewohnt lyrische und hoffnungsvolle Charakter im Rahmen des Themas Tod verbindet sie miteinander. Faurés Requiem wurde deswegen auch als „Wiegenlied des Todes“ bezeichnet. Fauré selbst äußerte dazu: „Man hat gesagt, es (das Requiem) drücke nicht das Gefühl der Todesangst aus. Aber so empfinde ich den Tod: als glückliche Befreiung, als Streben nach dem jenseitigen Glück und weniger als schmerzhaften Übergang“. Im Sinne dieses lyrischen Charakters streicht Fauré den traditionell dramatischen Höhepunkt eines jeden Requiems, die Dies-Irae-Sequenz, mit Ausnahme des letzten Verses („Pie Jesu“). Andererseits ergänzte Fauré ein abschließendes In Paradisum, das ursprünglich bereits bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof gesungen wurde. Vor allem das Sanctus, oft majestätisch komponiert, wird bei Fauré wahrlich zu einem sanften Wiegenlied, nicht zuletzt durch die entsprechende Melodik der Chorstimmen und durch die durchgängige Begleitung durch Harfen-Arpeggien. Gänzlich entrückt ist dann das abschließende In Paradisum.

Brahms‘ trostreicher Trauergesang, „Nänie“, vertont demgegenüber keinen liturgischen Text, sondern das mit antiken Bildern der Trauer arbeitende gleichnamige Gedicht Friedrich Schillers, in dessen Klage es vor allem darum geht, dass „das Schöne vergeht, dass das Vollkommene stirbt“. Und gerade deswegen ist dieses Chorwerk mit Orchester dem verstorbenen Freund und Maler Anselm Feuerbach gewidmet. Der Freund und der Verlust von dessen weiterem Kunstschaffen werden hier also betrauert. Und so endet das Schiller-Gedicht, das in seinem Titel auf ritualisierte Klagegesänge des alten Rom verweist, mit einer Huldigung der Kunst, die über den Tod hinaus Leben zu gewähren vermag. Zugleich zeigt sich in diesem Spätwerk Johannes Brahms‘ aber auch eine weit stärkere motivische Dichte und kontrapunktische Strenge als in früheren Werken.

In engelshafte Sphären entführte auch Anna Feith. Ihr wunderbar reintöniger, schwebender Sopran zeigte einmal mehr die solistischen Qualitäten der Chormitglieder. (03.11.2021, WAZ)

 

Sopran: ANNA FEITH
Bariton: LUDWIG MITTELHAMMER
CHORWERK RUHR
BOCHUMER SYMPHONIKER
Dirigent: FLORIAN HELGATH