Musikalische Exequien


HEINRICH SCHÜTZ (1585-1672)
Musikalische Exequien SWV 279-281

GIACINTO SCELSI (1905-1988)
Tre Canti Sacri

HEINRICH SCHÜTZ (1585-1672)
Geistliche Chor-Music 1648 (Auszüge)

Termine

Fr21.3.2014 — 20.00 Uhr

Mülheim an der Ruhr, Petrikirche; Einführung um 19.30 Uhr

Sa22.3.2014 — 18.00 Uhr

Duisburg, Salvatorkirche; Einführung um 17.30 Uhr

So23.3.2014 — 17.00 Uhr

Bochum, Christuskirche; Einführung um 16.30 Uhr

Fr28.3.2014 — 22.30 Uhr

München, Herkulessaal, im Rahmen von Musica Viva – Late Night

Was dem Katholiken sein Requiem, das sind dem Protestanten seine Exsequien: „Hinausgeleiten“ – so die wörtliche Übersetzung – soll eine solche freie Zusammenstellung von Bibelworten einen Verstorbenen aus der Welt; und im protestantischen Verständnis präsentiert sich ein solches Werk vor allem auch als „Memento mori“ für die Hinterbliebenen. Heinrich Schütz schuf seine „Exsequien“ 1535/36 anlässlich des Todes seines Landesherrn Heinrich II. Dem zugrundeliegenden dichten, aussagekräftigen Geflecht von Bibelworten (beginnend mit einem Hiob-Zitat) und Choralstrophen schenkte Schütz, der erste große Könner auf dem Feld der musikalischen Textversinnbildlichung, ein sechs- bis achtstimmiges chorisches Gewand, dessen expressive Schönheit einen nicht wieder loslässt, wenn man die Exsequien einmal in kompetenter Darbietung gehört hat.

Hoffnung auf den Himmel, Angst vor der Hölle: Zwei Seiten einer Medaille, zwei Perspektiven auf das unergründliche Mit- und Ineinander von Leben und Tod. Unter den Titeln Angelus, Requiem und Gloria subsummiert Giacinto Scelsi (1905-1988) in den Tre canti sacri von 1958 seine musikalische Auseinandersetzung mit dem „Woher“ und „Wohin“ des menschlichen Seins – in seinem Fall u. a. geprägt vom Glauben an die Reinkarnation. So assoziativ die Klanggebilde anmuten, so komplex sind die mikrotonalen Strukturen, die ihnen zugrunde liegen. Für die Hörer: innen kaum mehr wahrnehmbar, aber dennoch substantiell vorhanden sind die Textausschnitte, die der lukanischen Verkündigungsszene (Maria und der Engel Gabriel), der Totenmesse und dem biblischen Gloria in excelsis Deo (Christi Geburt wird den Hirten durch eine Engelschar verkündet) entnommen sind.

Da capo für Schütz: Auszüge aus seiner Geistlichen Chormusik von 1648 beenden dieses Programm und lassen das Gemüt des Hörers wieder einschwenken in die vertrauten Bahnen einer christlich abendländischen Tradition, die bis heute Halt und Trost zu geben vermag.

Musikalische Exequien

LAUTE: Björn Colell
VIOLONE: Hartwig Groth
ORGEL: Christoph Anselm Noll
CHORWERK RUHR
MUSIKALISCHE LEITUNG: Florian Helgath

Eine ChorWerk Ruhr Produktion in Kooperation mit: Petrikirche Mühlheim a. d. Ruhr, Duisburger Philharmoniker, Christuskirche Bochum; Gefördert durch: Förderkreis für Kirchenmusik i. d. Petrikirche e.V., Kulturbüro Bochum, NRW Kultursekretariat