SONNENGESANG


Orlando di Lasso (1532-1594)
Missa super Osculetur me für zwei vierstimmige gemischte Chöre a cappella
Daraus: Kyrie, Sanctus Benedictus, Agnus Dei

Martin Wistinghausen (*1979)
Lo frate sole poetische Skizzen für Chor, Violoncello, und Schlagzeug – Auftragskomposition des Konzerthaus Dortmund, poetische Reflexion über Franz von Assisis »Sonnengesang« (Uraufführung)

Sofia Gubaidulina (*1931)
Sonnengesang für Violoncello, Chor und Schlagzeug (1997)

Termine

Sa4.2.2023 — 20 Uhr

Konzerthaus Dortmund

Ticket

Do9.2.2023 — 20 Uhr

Staatstheater Darmstadt

Das Hauptwerk des Abends ist der großformatige „Sonnengesang“ der Grande Dame der russischen Moderne, Sofia Gubaidulina. In diesem 1998 komponierten Werk stehen dem Kammerchor ein Solo-Cello sowie zwei Schlagzeuger und eine Celesta gegenüber. Die Verherrlichung der Schöpfung, jenen großen Lobgesang des heiligen Franz von Assisi stellt Sofia Gubaidulina in den Mittelpunkt: Die Verherrlichung des Schöpfers und seiner Schöpfung, von Sonne und Mond, der vier Elemente, des Lebens und des Todes. Das Cello ist dabei Deuter und Mittler des Geschehens. Mit seinen Glissandis, elegischen Melodien und obertonartigen Tonfolgen dialogisiert es mit dem Chor, der den Text teils mittelalterlich liturgisch, teils tonal, aber auch dissonant transportiert. Das Schlagzeug unterstützt das Geschehen vor allem klangfarblich.

Mit Teilen der „Missa super osculetur me“ Orlando di Lassos wird zudem die prächtige doppelchörige Polyphonie der Spätrenaissance mit einbezogen. Lasso bezieht sich dabei im einleitenden Kyrie auf seine eigene Motette „Osculetur me“, eine Vertonung des Beginns des Hohenliedes Salomos.

Einleitend soll die Uraufführung eines Werkes von Martin Wistinghausen in derselben Besetzung wie Gubaidulinas Sonnengesang auf diesen einstimmen. In mehreren kurzen, skizzenhaft-poetischen Stücken will der Komponist und Sänger die Sonnenthematik vielfarbig beleuchten. Er greift dabei auf Texte verschiedener Epochen und Sprachen zurück, die die Faszination des Lichts nicht nur von der christlichen Seite her in den Blick nehmen.

Violoncello: NAREK HAKHNAZARYAN
Celesta: SEBASTIAN BREUING
Perkussion: ALEXANDER MACZEWSKI, NICHOLAS BARDACH
CHORWERK RUHR
Dirigent: MICHAEL ALBER