Hymn to St.Cecilia


BENJAMIN BRITTEN
Hymn to St. Cecilia op.27 (1940)
Deus in adjutorium meum (1944-45)
A Hymn to the Virgin (1930, rev. 1934)

JOHANNES BRAHMS
Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen (1878)
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz (1864)

ILDEBRANDO PIZZETTI
Messa di Requiem (1922-23)

Termine

Fr8.3.2013 — 20.00 Uhr

Christuskirche Bochum; Einführung um 19 Uhr

Sa9.3.2013 — 20.00 Uhr

Petrikirche Mülheim an der Ruhr; Einführung um 19 Uhr

Seit dem 5. Jahrhundert wird die adlige römische Märtyrerin Cäcilia als Heilige verehrt, seit dem Hochmittelalter gilt sie als Schutzpatronin der Musik. Alle christlichen Denominationen gedenken der Heiligen Cäcilia am 22. November; in England ist dieser Festtag seit langem auch ein musikalisches Ereignis: Schon Purcell und Georg Händel komponierten für diesem Anlass prachtvolle Cäcilienoden, und auch Benjamin Britten (1913-1976), der zudem am 22. November geboren wurde, beteiligte sich an dieser Tradition: Seine Hymn to St. Cecilia nach einem eigens verfassten Text von W. A. Auden entstand im Kriegsjahr 1942 auf einer Schiffsreise von Amerika nach England. Der Pazifist Britten war 1939 in die Staaten geflohen, aber die Liebe zu seiner englischen Heimat quälte ihn, und er kehrte reumütig in seine Heimat zurück. Audens maßgeschneiderter Text beleuchtet mit der Cäcilien-Thematik auch Brittens innere Konfliktsituation.

Noch während seines Studiums in London schuf Benjamin Britten, dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen, seine Hymn to the Virgin. Mit seiner doppelchörigen Struktur – ein großer und ein kleiner Chor dialogisieren im permanenten Wechselgesang miteinander – knüpft dieses wundervolle a-cappella-Werk ebenso unmittelbar an alte kirchenmusikalische Traditionen an wie auch mit seiner vergleichsweise schlichten, aber ungemein ausdrucksstarken Harmonik.

Auch der Italiener Ildebrando Pizzetti (1880-1968), einer der einflussreichsten italienischen Kompositionslehrer im 20. Jahrhundert, nahm in seiner 1922 entstanden Messa di Requiem für fünf- bis zwölfstimmigen Chor a cappella deutlich Bezug auf die alte Kirchenmusik: Viele Motive des prächtigen polyphonen Vokalsatzes klingen unmittelbar an das gregorianische Gesangsideal an, und im Dies irae zitiert Pizzetti direkt aus der Sequenz der lateinischen Totenmesse. Im Sanctus hingegen lässt die blockhaft-akkordische Setzweise mit ihrem effektvollen Wechselspiel von hellen Hoch- und dunklem Tiefchorkolorit das alte Ideal der venezianischen Mehrchörigkeit assoziieren.

In dieses Kaleidoskop der geistlichen Chormusikkunst des 20. Jahrhunderts passt Johannes Brahms mit seinen beiden großen Motetten „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen „ und „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“, in denen sich dieser große Meister des Übergangs von der Romantik zur Moderne mit überragendem kompositorischen Können als höchst inspirierter Bewahrer der jahrhundertealten europäischen Chorkultur präsentiert.

Hymn to St.Cecilia in der Christuskirche Bochum

CHORWERK RUHR
DIRIGENT: Florian Helgath

Benjamin Britten zum 100. Geburtstag